Turnfahrt 2016 der MR Märstetten

Das diesjährige Ausflugsziel war das St.Galler Oberland, die alte und verbundene Heimat vom diesjährigem Organisator Markus Grünenfelder. Markus pflegt noch immer einen regen Kontakt mit der Region Wangs/Mels und durfte immer wieder mit „alten Bekannten“ einige Worte wechseln.
Am Samstag, 10. September 2016 bestiegen 18 reiselustige Männerriegler den Zug Richtung Weinfelden, wo wir auf den Schnellzug Richtung Romanshorn umstiegen. Schon kurz nach der Weiterfahrt Richtung Rheintal öffnete Hansruedi Jöhr seinen schweren Rucksack und öffnete die erste Flasche Weisswein „Jöhr15“. Schnell wurden die Rucksäcke hervorgeholt und nach dem Zinnbecher gegraben, der bei der Männerriege unbedingt zu den Reiseutensilien gehört, so wie die Zahnbürste.
In Buchs stiegen wir auf das Postauto um, das uns nach Trübbach chauffierte. Bevor wir die Rucksäcke umhängten, stärkten wir uns in der Dorfbeiz noch mit einem Kaffee. Die anschliessende kurze Wanderung zum Eisenbergwerk Gonzen führte über alte Militärwege, vorbei an ausgedienten Bunkern und Geschütz-stellungen der historischen Festung Sargans.
Im eindrücklichen Restaurant Gonzenbergwerk stärkten wir uns mit einem feinen Mittagessen. Anschliessend stand eine Besichtigung auf dem Programm. Der einführende Film erläuterte die Geschichte und Probleme vom Bergwerk. Der Erzabbau hier ist ab 200 v. Chr. nachgewiesen. 1315 wurden Schmelzanlagen in Flums und Mels urkundlich erwähnt. Im Jahr 1942 förderten 380 Bergarbeiter 116'000 Tonnen Eisenerz. Nach Kriegsende sank die Jahresproduktion auf 18'000 Tonnen. Wegen sinkender Weltmarktpreise wurde der Abbau am 2. Mai 1966 eingestellt. Die Bergarbeiter standen am Morgen vor geschlossenen Werktoren. Das Bergwerk mit rund 90 km Stollen und Strecken ist heute ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.

Nach dem Film bestiegen wir mit Helm ausgerüstet den Bergwerkszug für die 2 km lange Fahrt durch den Basisstollen in den Hauptbahnhof vom Bergwerk. Auf einem kurzen, beleuchteten Rundgang erhielten wir einen Einblick in die Infrastruktur. Die langen Treppen,  Auf- und Abstiege in den verschiedenen Stollen war für einige eine echte Herausforderung. Nach der 2 ½ stünd-igen Führung wählten wir das Postauto, anstelle der geplanten kleinen Wanderung nach Mels. Mels feierte an diesem Samstag die Alpabfahrt von der Alp Siez. Zu diesem Anlass wurde die Hauptstrasse ins Weisstannental gesperrt und in einen grossen Festplatz hergerichtet. Als wir eintrafen wurden schon die Strassen gereinigt und es waren keine Tiere mehr zu sehen. Trotzdem setzten wir uns auf einen der vielen Festbänke entlang der Strasse und genossen ein kühles Bier. Nach 18 Uhr mussten wir uns auf den Weg zum Parkhotel in Wangs aufraffen, damit wir auch rechtzeitig zum Abendessen eintrafen. Während dem feinen Nachtessen auf der Terrasse, überzog ein kräftiges Gewitter die Region. Am folgenden Morgen vernahmen wir, dass das Weisstannental hart von den Wassermassen getroffen wurde. Bei herrlichem Wetter am Sonntagmorgen fuhren wir mit dem Postauto hinauf ins Weisstannental. Bald wurde sichtbar welche Schäden das viele Wasser hinterlassen hat. ​
Mitgerissene Baumstämme, weggeschwemmte Uferböschungen, unterspülte Strassen. Aber richtig krass war es erst im Dorf Weisstannen, Bagger schaufelten ununterbrochen angeschwemmtes Geröll aus der Seez. Beidseitig vom Bach türmten sich die Gesteins-massen. Wir fuhren noch weiter bis Vorsiez, das ist die hinterste, ganzjährig bewohnte Siedlung des Tals. Von dort machten wir eine leichte Wanderung zurück nach dem Weiler Weisstannen. An einer herrlichen Feuerstelle an der Seez, überraschte uns Luzia Grünenfelder mit einem Apéro. Weisswein und Gebäck schön aufgetischt luden uns zum Verweilen und Geniessen ein. Von hier waren es nur noch wenige Minuten ins Dorf zur alten Post, wo uns ein Mittagessen wie zu „Grossmutters Zeiten“ in der historischen Wirtsstube serviert wurde „Erbsensuppe mit Schweinswürstchen“. 
In diesem fast 300 jährigem Haus wird die Geschichte lebendig. Im Erdgeschoss befanden sich früher der Dorfladen, die Post und auch noch eine Bäckerei. Die beiden oberen Etagen dienten als Gasthof und Wohnraum. Im ganzen Haus befinden sich unzählige guterhaltene Zeugen aus vergangenen Zeiten. Den älteren unter uns, waren viele Sachen noch aus der Kindheit bekannt.
Die Führung begann mit einem Film auf dem Estrichboden. Der Raum war ein eigenes Museum vollgestopft mit Utensilien aus der Vor- und Nachkriegszeit. Im Film konnte man in vergangene Zeiten eintauchen. Ob Steinbockaussetzung vor 100 Jahren, Auswanderung nach Amerika oder Leben gestern. Ein Thema war auch der Hexenwahn und deren Verfolgung, was in den Berggegenden besonders stark verbreitet war.
Aber auch die alte Dorfsäge mit dem grossen, oberschlächtigen Wasserrad wurde sorgfältig restauriert und klappert nun gelegentlich auch wieder.
Nach einem letzten Bier bestiegen wir wieder das Postauto nach Sargans und mit dem Zug ging es wieder Richtung Weinfelden.
Einen  herzlichen Dank von allen an Luzia und Markus für die Organisation dieses  interessanten und informativen Ausfluges.

                                                                           Kurt Breitenmoser


                                                                           Weitere Bilder finden sie in der Fotogalerie.